HINTERM HORIZONT

Kunstprojekt die Justizvollzugsanstalt Heidering Berlin
Verwirklichung bis 2013
Eine Skulptur im Außenraum und eine Installation im Innenraum sind bildhafte, integrale Teile eines Konzepts, das übergreifend die gesellschaftliche Verortung der Menschen in der JVA Heidering mit einbezieht. Wesentlicher Teil der Außenskulptur ist eine Windkraftanlage. Sie ist Sockel einer plastischen Figur, Ausgangspunkt fotografischer Zeitabläufe der Installation im Inneren des Gebäudes und schließlich - als kommerzieller Stromerzeuger – Finanzgrundlage für ein soziokulturelles Programm in der JVA.
1. Außenskulptur
Auf dem Gelände der JVA wird eine Vertikal-Windkraftanlage errichtet. Die Windkraftanlage ist ca. 30 m hoch und in hellem Grau gehalten. An der Spitze der Anlage befindet sich die etwas überlebensgroße Figur eines Mannes, der mit seiner rechten Hand die Augen zum Ausschau halten beschirmt und dessen Blick offensichtlich in die Ferne schweift. Ab einer bestimmten Windstärke läuft der Rotor, der auf einer vertikal angeordneten Achse sitzt, an, und die darüber befindliche Figur dreht sich mit ihm im Kreis.
2. Installation im Innenraum
Über das Gebäudes verteilt hängen an ausgewählten Stellen insgesamt sieben unten offene Zylinder aus Sicherheitsglas. Auf den Innenseiten der Zylinder befinden sich 360° - Fotopanoramen. Die Panoramabilder zeigen die Landschaft rund um die JVA und sind im Laufe eines Jahres mittels einer Spezialkamera von der rotierenden Spitze der Windkraftanlage aus aufgenommen worden. Die Fotografien, die sich zu den Panoramen zusammensetzen, sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Die jeweilige Lichtstimmung, das Wetter, verschiedene Tages- und Jahreszeiten lassen dieselbe Landschaft in immer neuen Variationen erscheinen. Da sich der Rotor während der Aufnahmen ggf. bewegt, werden die Aufnahmen je nach Drehgeschwindigkeit leicht unscharf oder verwischt bis hin zur völligen Auflösung. Bei Windstille entstehen dagegen gestochen scharfe Fotos. Es werden also ganz unterschiedliche, individuelle Panoramen derselben Landschaft auf den Innenseiten der sieben Zylinder angebracht. Für einen Rundblick um das ganze Panorama muss der Betrachter sich um die eigene Achse drehen. So entsteht eine Analogie zu der Ausschau haltenden Figur an der Spitze der Windkraftanlage.
3.Soziokulturelles Programm
Für Windkraftanlagen gilt die Brandenburger Heide gilt als guter Standort; es ist mit einem guten Ertrag der Windkraft-anlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu rechnen. Mit dem erzielten Gewinn aus der Windenergie werden kulturelle Angebote für die Insassen ermöglicht (z.B. Bandauftritte, Künstler-Workshops, Lesungen, Zeichenkurse usw.)

THE ERITREA SHOW
Verwirklichung bis 2013
Eine Initiative des pilotraum01 e.V. mit den Partnern WINTA e.V. und Wasserstiftung
Ziel unserer bilateralen Aktivitäten ist es, einen generationsübergreifenden Beitrag in der kulturellen Entwicklung Eritreas und in ihrer Vermittlung nach außen zu leisten. Die Einbindung von Künstlern und künstlerischen Strategien in unsere Initiative „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist essentiell, denn sie verfolgt den Anspruch, die Zusammenhänge zwischen Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen zu gestalten und transparent zu machen. Integrierende Privatinitiativen, Werte stiftende Maßnahmen und die Förderung eines geschichtlichen Bewusstseins sind Teil der Projekte, die gemeinsam erarbeitet und durchgeführt werden.
Empfangshalle entwickelt den Piloten für eine Entwicklungsshow für das Eritreanische Fernsehen. In der Sendung kommen wir Menschen auf einer künstlerischen Weise nahe, die ihre eigenen Projekte in Eritrea verwirklichen. So sehen wir, wie künstlerische Nebelnetze entstehen, die Wasser spenden oder wie in der Wartesituation vor der Entbindungsstation eine Kunstperformance entsteht.
Zunächst als Pilot produziert, etabliert sich die Show im besten Falle im lokalen eritreischen TV Programm und könnte von den ansässigen Filmschaffenden weiter geführt werden. Geplant sind ebenso Filmvorführungen auf dem Land. Die "documentary fiction" informiert die eritreische Öffentlichkeit auch über unsere interdisziplinären Projekte und zeigt Möglichkeiten zu Selbstinitiativen auf eine künstlerische und spielerische Art auf. Das Filmkonzept besteht aus einer Mischung von Fakten und Fiktion und zielt damit auf eine kulturelle Implementierung unserer Initiative. Eritrea selbst ist der Hauptakteur.







